Aktuelles

19.01.2023 – Vortrag und Diskussion zu „Revolutionärer Stadtteilarbeit“ mit Genoss*innen von Vogliamo tutto (Berlin).

Vor einigen Jahren ist in der radikalen Linken in Deutschland eine Strategiedebatte darüber entbrannt, wie die politische Arbeit von einer Fokussierung auf die eigene Szene weg und hin zur breiteren Gesellschaft und ihren sozialen Auseinandersetzungen verlagert werden kann. Aus dieser Suchbewegung sind unterschiedliche Stadtteilgruppen hervorgegangen, die versuchen, Profitorientierung, Konkurrenz und Vereinzelung eine solidarische und bedürfnisorientierte Praxis entgegenzusetzen, indem sie in Form von Basisarbeit an die lokalen Lebensbedingungen anknüpfen und entlang von Alltagskonflikten zu einer Politisierung des Stadtteils beitragen. In der aktiven Hinwendung zu den Nachbar*innen unterscheiden sie sich von klassischen Infoläden und linken Szenetreffs, zugleich grenzen sie sich durch den revolutionären Anspruch klar von Sozialarbeit und reformistischen Ansätzen ab. Ihre Organisierungsversuche im Stadtteil erstrecken sich unter anderem auf Miet- und Arbeitskämpfe, Feminismus und Care-Arbeit sowie Antirassismus und verbinden damit auf lokaler Ebene Themen unterschiedlicher sozialer Bewegungen.  

Um zu einer Weiterentwicklung dieses Praxisansatzes beizutragen, hat die Gruppe Vogliamo tutto fünf dieser Initiativen (aus Hamburg, Bremen, Münster und Berlin) zu ihren bisherigen Erfahrungen und längerfristigen Perspektiven befragt und wollte wissen, wie genau ihre Praxis aussieht, was ihre Strategie ist, was warum gelingt und was nicht. Diese Gespräche und einige Überlegungen zum aktuellen Stand der Debatte haben sie 2022 in einem Buch im Unrast Verlag veröffentlicht.

Sie liefern mit dem Buch reichhaltiges Reflexionsmaterial – sowohl für Aktivist*innen, die eine ähnliche Praxis verfolgen oder planen, als auch für alle, die sich fragen, wie wir zu einer emanzipatorischen Transformation unserer Gesellschaft beitragen können.


18.11.2022 – Kneipenquiz im Rahmen der kritischen O-Wochen

Fantasma hat sich auch in diesem Jahr nicht lumpen lassen und im Rahmen der kritischen O-Wochen an der Uni Kassel wieder ein paar tolle Fragen aus dem Hut gezaubert. Mit einem bunten Potpourri aus Politik, Popkultur und Klatschgeschichten wollen wir – genau ein Jahr nach dem unsere Gruppe aus der Traufe gehoben wurde – euch zu überraschenden Drinks zu konterinflationären Preisen in den Club Commune einladen. Also Vorhang auf…

Denn ohne revolutionäre Unterhaltung, auch keine revolutionäre Praxis. In diesem Sinne: Kommt rum und zockt mit!

Das gesamte Programm der kritischen O-Wochen findet ihr unter: instagram.com/kritische_uni_kassel


21.10.2022 – Demonstration „Warm und satt durch den Winter kommen! Krisenprofiteure zur Kasse!​​​​​​​“ (17 Uhr/Rathaus/Kassel)

Zusammen gegen das System, was uns vereinzeln lässt und soziale Kälte zur Grundlage hat!

Während die Krise in voller Härte zuschlägt und die Preise nach oben treibt, sind es jene die am stärksten unter der Inflation leider, die in dieser Situation zusätzlich an den Rand gedrängt werden.
Doch wir müssen es schaffen auch jenen, die derzeit voller Verzweiflung in Ohnmacht verharren, eine Option aufzuzeigen, ihre Wut und Angst auf die Straße zu tragen – und sich mit uns zu organisieren. Wir müssen gegenseitige Solidarität konkret werden lassen, in einer Zeit, in der viele allein gelassen werden.
Als Teil des Kasseler Nicht auf unserem Rücken Bündnisses versuchen wir uns derzeit in unseren Stadtteilen zu vernetzen, wo für uns Bewohner*innen selbst der normale Alltag zu einer alltäglichen Belastungsprobe und Existenzfrage wird. Hier gilt es zu intervenieren, Angebote für Austausch und Organisierung zu schaffen, um eine basisorientierte Gegenmacht zu entwickeln.
Nur so stellen wir gemeinsam erste Weichen raus aus dem krisengeplagten Alltag, hin zu einem selbstbestimmten Leben und einer an Solidarität und Zusammenhalt orientierten Gesellschaft, jenseits aller krisen-, vereinzelungs- und Spaltungselemente kapitalistischer Vergesellschaftung.
Gleichzeitig dürfen wir uns nicht mit den Scheinlösungen abspeisen lassen, die uns die Regierung untermogelt. Für uns gilt es die Systemfrage zu stellen: Wer profitiert von diesem System und den andauernden Krisen, für wen werden staatliche Hilfe locker gemacht und auf wessen Rücken werden abermals die Krisenlasten abgewälzt?

Wir fordern daher:
1. Echte Entlastung durch höhere Löhne, Erwerbslosen- und Rentenbezüge mit sofortiger Wirkung auf ein Niveau, das für alle zu einem guten Leben reicht
2. Krisen- und Kriegsprofiteure zur Kasse! Krisenumverteilung von unten nach oben stoppen!
3. Öffentliche Daseinsvorsorge dem Markt entziehen – Energiekonzerne enteignen und in Selbstverwaltung überführen

Kommt mit uns am 21.10. in Kassel auf die Straße!

Mehr Infos unter: nichtaufunseremruecken.wordpress.com


30.08. bis 4.9.2022 – RME Camp, Demo und Aktionstage in Kassel

In der Woche vom 30.8. bis 4.9. wollen wir zusammen mit Rheinmetall Entwaffnen der Kasseler Rüstungsindustrie in die Champagner-Gläser spucken!

Seit der ausgerufenen „Zeitenwende“ herrscht in Deutschland ein gefährliches Klima, das entweder vor dem Militarismus die Augen versperrt oder ihn willentlich befördert. Die Rüstungskonzerne im Land florieren wieder und durchleben einen Image-Wandel. Während in der Vergangenheit Rüstungsdeals wie jene mit Saudi-Arabien oder Katar noch für öffentliche Kritik gesorgt haben, stehen die Waffenproduzenten nun wieder auf der „richtigen Seite“. Auch in linksliberalen Medien wird wieder nach Waffen gerufen.

Russland trägt die Verantwortung an dem Angriffskrieg in der Ukraine. Dennoch wird jeder Versuch andere Lösungen zu suchen, als die militärische Eskalation weiter nach oben zu treiben, und alle Kritik an der NATO, als Hirngespinst öffentlich delegitimiert. In diesem geistigen Klima können 100 Milliarden für die Bundeswehr fast unwidersprochen durchgewunken werden, obwohl sie in so vielen Bereichen der Gesellschaft wie auch im Kampf gegen den Klimawandel dringend gebraucht würden. Daher müssen wir dem derzeitigen Aufrüstungshype ebenfalls mit klimapolitischen und klassenkämpferischen Antworten begegnen.

Aber warum Kassel? Kassel schaut auf eine lange Geschichte der Rüstungsindustrie zurück. Bereits während der NS-Herrschaft wurde die Stadt zu einer Rüstungsmetropole ausgebaut. Bis heute ist die Rüstungsindustrie ein wichtiger Wirtschaftszweig und mit Rheinmetall und KMW sind zwei der größten deutschen Rüstungsbetriebe hier ansässig. Auf diese lokalen Kontinuitäten zu schauen, ist für uns und unsere Praxis ein wichtiger Ausgangspunkt für eine antimilitaristische Bewegung.

Die Gründe Waffenproduktion zu stören sind vielfältig und dringend. Deshalb sagen wir: Wir müssen der Dorn sein im Fleisch der gesellschaftlichen „Hurra“-Rufe. Kommt mit uns in Kassel auf die Straße, um Rüstungsindustrie und Militarismus den Kampf anzusagen!

Kein Frieden mit dem alltäglichen Kriegszustand!

30.9. bis 4.9. RME-Camp (Goetheanlage)
3.9. 13 Uhr Demonstration (Hauptbahnhof)

Mehr Infos unter: https://rheinmetallentwaffnen.noblogs.org/


13.07.2022 – Podiumsdiskussion: One struggle, one fight?

Zwischen Die-Antwort-auf-die-Krise sein und internen Zerwürfnissen, zwischen kollektiver Zerissenheit und individuellem Rückzug, zwischen Orientierungslosigkeit und neuem Aufbruch – wo steht eigentlich gerade die radikale Linke? Gemeinsam wollen wir uns einen Überblick über die derzeitige Situation unserer Bewegung verschaffen. Was läuft gerade – und was läuft nicht? Was bedeutet das für unsere Organisationsformen? Und wie schaffen wir es Kräfte zu bündeln und was heißt für uns Kämpfe zu verbinden? Zusammen mit den Genoss*innen von Fantasma – Revolutionäre Linke (Kassel), Women Defend Rojava (Kassel) und Antifaschistische Basisgruppe (Frankfurt/Offenbach) werden wir uns über unsere Praxis austauschen und unterschiedliche Perspektiven auf unsere gemeinsame Lage diskutieren. Wir freuen uns auf Euch!

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Bambule Festivals statt. Mehr Infos unter: bambulefestival.noblogs.org

Mittwoch, 13.7 / 19 Uhr / Färberei